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Linux

Als Linux noch in den Kinderschuhen steckte, fing ich an, mich damit zu beschäftigen, und das geht bis heute so.

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  LINUX ist das von mir bevorzugte Betriebssystem und schon lange nicht mehr das, was es anfangs mal war, nämlich kompliziert, ohne GUI (grafische Oberfläche), nicht kompatibel oder arm an Programmen. Ich weiß noch, als ich mich in die Anfänge des aus dem freien Unix-System von Linus Torvalds entwickelten Kernels hineinwagte. Man musste anfangs wirklich alles auf der Kommandozeile erledigen. Und wollte man mal ein etwas umfangreicheres Programm zu laufen bringen, musste man alle Abhängigkeiten selbst suchen und meist auch noch kompilieren. Das konnte dann schon mal ein oder zwei Tage dauern. Erinnern tut man sich gerne daran, haben möchte man sowas aber nicht mehr. Das heutige Ubuntu z.B. hat allerdings damit gar nichts mehr zu tun, denn sonst wäre der Anteil der Linuxuser sicherlich unter 0,5 %. Es wird einem mit der Bedienung des Betriebssystem ein Komfort geboten, von dem ich anfangs nicht einmal geträumt hätte. Trotzdem installiere ich Programme heute immer noch nicht über die GUI und treibe mich per auf der Kommandozeile herum.. Hier einmal der Werdegang von Linux. Habe ich aus Faulheit einfach mal aus Wikipedia übernommen.

Chronologie

Unix erblickt das Licht der Welt auf einer  Digital  PDP-11/20.

1979 Das bislang frei zugängliche Unix wird zum proprietären AT&T Unix, der Quellcode steht auch für Universitäten praktisch nicht mehr kostenfrei zur Verfügung.

1983 Richard Stallman gründet das  GNU-Projekt mit dem Ziel, ein freies Betriebssystem zu erschaffen.

1989 Richard Stallman schreibt die erste Version der  GNU General Public License (GPL).

1991 Der Linux-Kernel wird am 25. August von dem 21-jährigen finnischen Studenten Linus Benedict Torvalds öffentlich im Usenet angekündigt. Am 17. September folgt die erste öffentliche Version auf einem FTP-Server. Einige Entwickler interessieren sich für das Projekt und steuern Verbesserungen und Erweiterungen bei.

1992 Der Linux-Kernel wird unter der GNU GPL vertrieben und es entstehen die ersten freien  Linux-Distributionen.

1993 Bereits über 100 Entwickler arbeiten am Linux-Kernel. Mit deren Hilfe wird der Kernel an die GNU-Umgebung angepasst, was Linux ein großes Spektrum an  Einsatzmöglichkeiten einbringt. In diesem Jahr beginnen auch die Arbeiten am  Wine-Projekt. Außerdem wird die älteste heute noch existierende Linux-Distribution  Slackware das erste Mal veröffentlicht, im selben Jahr folgt noch die Gründung der bis heute größten Community-Distribution  Debian.

1994 Es dauert noch bis März dieses Jahres, bis Torvalds alle Komponenten im Kernel für ausgereift und vollständig erachtet und Linux in der Version 1.0 veröffentlicht. Der veröffentlichte Kernel ist erstmals netzwerkfähig. Das  XFree86-Projekt steuert eine  grafische Benutzerschnittstelle (GUI) bei. In diesem Jahr veröffentlichen  Red Hat und  SuSE die Version 1.0 ihrer Linux-Distributionen.

1995 Im März erscheint der nächste stabile Zweig, die 1.2-Reihe. Im weiteren Laufe des Jahres wird Linux auf die Plattformen  Amiga (Motorola 680x0 Prozessor),  DEC und auf  Sun SPARC portiert. Im Laufe der Jahre folgen immer mehr Portierungen auf unterschiedlichste Plattformen.

1996 Die Version 2.0 des Kernels wird veröffentlicht. Der Kernel kann nun mehrere Prozessoren gleichzeitig bedienen und wird damit für viele Unternehmen eine ernstzunehmende Alternative in vielen Arbeitsbereichen.

1997 Verschiedene proprietäre Programme kommen für Linux auf den Markt, darunter die Datenbank  Adabas D, der Browser  Netscape Navigator und die Office-Suiten  Applixware und  StarOffice.

1998 Viele namhafte Unternehmen wie  IBMCompaq und  Oracle kündigen ihre Unterstützung für Linux an. Außerdem beginnt eine Gruppe von Programmierern mit der Entwicklung der grafischen Benutzeroberfläche  KDE, der ersten ihrer Klasse für Linux, mit dem Ziel der Benutzerfreundlichkeit.

1999 Die 2.2er-Serie erscheint im Januar mit verbessertem Netzwerkcode und verbesserter  SMP-Unterstützung. Gleichzeitig beginnt eine Gruppe von Entwicklern mit der grafischen Umgebung  Gnome, die ab dem Zeitpunkt mit KDE um Benutzerfreundlichkeit und Effizienz wetteifern wird. Währenddessen kündigt IBM ein umfangreiches Projekt zur Unterstützung von Linux an.

2000 Die Office-Suite  StarOffice wird unter der  GNU LGPL veröffentlicht und legt damit den Grundstein für das Projekt  OpenOffice.org, eine umfangreiche freie Office-Suite unter Linux.

2001 Die 2.4er-Serie wird im Januar freigegeben. Der Kernel unterstützt nun bis zu 64 Giga byte Arbeitsspeicher, 64-Bit-Dateisysteme, USB und  Journaling-Dateisystem.

2002 Die Entwickler- Community um OpenOffice.org bringt die Version 1.0 der Suite heraus. Ebenso wird der freie Webbrowser Mozilla in der Version 1.0 veröffentlicht.

2003 Ende des Jahres wird der Kernel 2.6 freigegeben, nachdem Linus Torvalds vorher zum  OSDL gewechselt war. Des Weiteren verbreitet sich Linux immer mehr auf  eingebetteten Systemen.

2004 Das XFree86-Team spaltet sich, es entwickelt sich die  X.Org Foundation, die eine deutlich schnellere Entwicklung des X-Servers für Linux ermöglicht und verwirklicht.

2005 Das Projekt openSUSE wird als freie Community-Distribution von  Novell gestartet. Außerdem erscheint im Oktober OpenOffice.org in der Version 2.0, die den  OpenDocument-Standard von  OASIS unterstützt.

2006 Die Techniken  Xgl von Novell und  AIGLX von Red Hat ermöglichen die einfache Nutzung  hardwarebeschleunigter Effekte auf dem Linux-Desktop.  Oracle veröffentlicht eine eigene Variante von  Red Hat Enterprise Linux. Novell und Microsoft kündigen eine Zusammenarbeit zur besseren Interoperabilität an.

2007 Die  Linux Foundation entsteht aus einem Zusammenschluss der Open Source Development Labs (OSDL) und der Free Standards Group.

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Kleines ABC der Systemwartung (aus PC-Welt Dezember 2018)

Festplatten und SSDs

Das Werkzeug „Laufwerke“ (Gnome-Disks, ähnlich der Partitionmanager unter KDE), kann fast alles, was zur Kontrolle und Bearbeitung von Partitionen nötig ist. Links erscheint die Liste aller Datenträger, ein Klick auf einen Eintrag visualisiert die Partitionierung, zeigt Gerätenamen, Partitionsgrößen, Dateisystem und Mountpunkt. Die Schaltflächen rechts oben bieten Laufwerksaufgaben zum Formatieren, Einstellen von Energieoptionen („Laufwerkseinstellungen“), SMART-Analysen und das Arbeiten mit ISO-Images („Laufwerksabbild erzeugen/wiederherstellen“). Was Sie mit einzelnen Partitionen anstellen können, ist in den kleinen Schaltflächen unterhalb des Partitionsschemas untergebracht. Hier können Sie Partitionen aus- und einhängen, löschen (Minus-Schaltfläche), formatieren und als ISO-Image sichern („Partitionsabbild erstellen“) oder ein Image zurückschreiben. Der Menüpunkt „Dateisystem bearbeiten“ vergibt die Datenträgerbezeichnung.

SMART-Checks: Die SMART-Werte informieren über den Zustand von Festplatten und SSDs. Am bequemsten ist diese Auswertung erneut über Gnome-Disks. Klicken Sie das gewünschte Laufwerk an und drücken Sie die S-Taste (oder verwenden Sie das Menü und „SMART-Werte“). Das Fenster gibt Auskunft über Betriebszeit und Temperatur. Als „Allgemeine Einschätzung“ sollte „Das Laufwerk ist in Ordnung“ stehen. Wenn nicht, lohnt ein Blick auf die Tabelle darunter: Die Werte unter „Normalisiert“ sollten nahe beim Maximum „100“ liegen. Bei einstelligen Werten empfiehlt sich ein Austausch des Laufwerks.

Temperatur kontrollieren: Auf SSH-verwalteten Servern können Sie auf das  Paket „lm-sensors“ ausweichen. Dieses benötigt erst einen Test der vorhandenen Sensoren mittels des Befehls  sudo sensors-detect und jeweiliger Abfrage, ob dieser Adapter abgefragt werden soll. Die eigentlichen Messwerte liefert dann der Befehl „sensors“.

SSDs optimieren: SSDs verwenden gelöschten Platz solange nicht, bis der Dateisystemtreiber den Controller über die Löschung informiert hat. Dadurch verringert sich der verfügbare Speicherplatz zunehmend. Das Tool fstrim informiert den Controller über unbenutzte Blöcke und neuere Systeme wie Ubuntu 18.04 starten fstrim automatisch periodisch. Mit systemctl status fstrim.timer können Sie sich davon überzeugen, dass der Dienst läuft. Der Befehl sudo fstrim -v -a startet fstrim manuell. Die Ausgabe zeigt, wie viele Bytes dabei freigegeben wurden.

Festplatten aufräumen: Der Befehl „df -h“ oder df -h | grep /dev/sd zeigt den Füllstand eingehängter Datenträger. Wer es genauer wissen muss, kann Ncdu nachinstallieren. Das Terminalprogramm sortiert die Verzeichnisse nach der enthaltenen Datenmenge und kann auch aktiv löschen. Wer das komplette Dateisystem durchforsten will, muss auf der obersten Ebene starten („ncdu /“).

Die generellen Aufräumbefehle

sudo apt autoremove 
sudo apt clean

sind Standards für gelegentliche Wartungsläufe: Der erste entfernt überflüssige Pakete und ältere Kernel-Versionen, der zweite leert den Cachespeicher der Systemupdates.

Mounten: Standardmäßig wird nur das per Installation festgelegte Systemlaufwerk via „/etc/fstab“ gemountet. Wer weitere Festplatten sowie Netzressourcen nicht nur dynamisch im grafischen Dateimanager einhängen will („Andere Orte“ und „Mit Server verbinden“), sondern dauerhaft in der „/etc/fstab“, benötigt die UUID für lokale Laufwerke oder den Netzwerkpfad für Netzfreigaben, ferner das Dateisystem. UUID und Dateisystem (Ext4, NTFS …) für lokale Laufwerke zeigt dieser Befehl an (sudo erforderlich):sudo blkid -o list Eine Zeile für die fstab sieht dann so aus: UUID=[…] [Mountordner] [Dateisystem] [Optionen]    0    0

Die kommagetrennten „Optionen“ enthalten im einfachsten Fall nur den Wert „defaults“. Bei Samba-Freigaben steht statt „UUID=…“ der Netzwerkpfad mit Doppelslash und als Dateisystem „cifs“: //192.168.178.20/archiv [Mountordner] cifs user=ha,password=geheim    0    0

Die Anmeldedaten können als Optionen in die fstab eingetragen werden. Bei Zugriffsproblemen wegen fehlender lokaler Dateirechte helfen die zusätzlichen Optionen „file_mode=666,dir_mode=777“.

Das lokale Netzwerk

Grafische Systeme verwalten das Netzwerk über das Netzwerksymbol in der Systemleiste (Network Manager). Dies ermöglicht Zugang zum LAN und WLAN und genauere Informationen sowie Konfiguration der Einstellungen („LAN“ und „Drahtlos“). Hier sind IP-Adresse, MAC-Adresse, Routeradresse und Leistung zu ermitteln sowie eine feste IP-Adresse und Proxyserver einstellbar. Die gezeigte Geschwindigkeit ist beim WLAN-Adapter die theoretisch mögliche, nicht die reale.

Konkurrierende Konfiguration: Die ältere und auf Servern ohne Oberfläche immer noch gültige Methode verwaltet das Netzwerk über die Datei „/etc/network/interfaces“. Die Einträge dieser Datei haben Vorrang vor denen des Network-Managers. Unnötige oder fehlerhafte Angaben an dieser Stelle können daher den Network-Manager lahmlegen. Standardmäßig enthält die Datei auf Desktopsystemen nur die zwei Zeilen

auto lo 
iface lo inet loopback

für den Loopback-Adapter. Für ein System ohne grafischen Network-Manager wären die folgenden Zeilen eine gültige Konfiguration für den Ethernet-Adapter („eth0“ oder „enp6s0“)

auto eth0 
iface eth0 inet dhcp

Die Einstellungen werden nach einem Neustart wirksam.

Kontrolle mit ifconfig: ifconfig ist unentbehrlich für eine Anzeige der Netzadapter ohne grafische Hilfe. Es zeigt die IP-Adresse des Geräts, die physikalische MAC-Adresse des Adapters, ferner Download-(RX)- und Upload-Menge (TX) seit dem letzten Systemstart. Der Ethernet-Adapter erscheint als „eth0“ (oder „enp6s0“), der WLAN-Adapter als „wlan0“.

Wenn ifconfig nur den virtuellen Loopback Adapter „lo“ anzeigt, hat Linux keinen Netzadapter erkannt.

Netzwerkübersicht: Ping kann die Verbindung zum Router („ping 192.168.0.1“) oder zu einem beliebigen anderen PC im lokalen Netz prüfen („ping 192.168.0.10“) und dabei auch Hostnamen auflösen („ping fritz.box“). Aber es kann nur auf eine Adresse losgeschickt werden. Für eine Komplettübersicht hilft nmap. Folgendes nmap-Kommando : nmap -sn 192.168.0.*  schickt Ping-Anfragen an alle 255 Adressen des Adressraums und zeigt dann alle laufenden Netzgeräte mit Hostnamen und IP.

Nmap-Portscans: Risiken für das Heimnetz entstehen durch offene Ports, die den Zutritt über das Internet in das lokale Netz erlauben. Kontrolle über vergessene Portfreigaben erhalten Sie im Router (Fritzbox: „Internet –› Freigaben –› Portfreigaben“). Nmap kann aber auch innere Feinde in Form von laufender Schadsoftware entlarven. Dazu brauchen Sie Ihre öffentliche IP-Adresse, die Ihr Router kennt („Übersicht“ in der Fritzbox). Diese öffentliche WAN-IP prüfen Sie dann mit diesem Kommando: sudo nmap -Pn [WAN-IP] Dabei untersucht nmap die Standardports 1 bis 1000. Sämtliche Ports erfassen Sie mit sudo nmap -Pn -p0-65535 [WAN-IP]. Als Ergebnis sollten Sie, sofern Ihr Netz für das Internet komplett geschlossen sein soll, die Antwort erhalten „All scanned ports are filtered“. Ist das nicht der Fall, sehen Sie am angezeigten Port genauer nach: sudo nmap -sV -Pn -p[Port] [WAN-IP]  Schalter „-sV“ zeigt, welches Programm oder welcher Dienst diesen Port benutzt. Ist dieser Prozess unerwünscht, beenden Sie den Verursacher mit einem Taskmanager und dauerhaft durch Deinstallieren.

Die Autostarts: Bei der Anmeldung automatisch startende Programme gehören zum Repertoire jedes Desktopsystems. Zur Verwaltung dient das Applet „Startprogramme“ oder auch „Sitzung und Startverhalten“. Durch den Schalter „An/Aus“ schalten Sie Autostarts ab und über die Minus-Schaltfläche verschwindet es aus dem Verwaltungstool, bleibt aber als Programm erhalten. Umgekehrt können Sie mit der Plus-Schaltfläche neue Programme hinzufügen. In der Regel genügt als „Befehl“ der Programmname ohne Pfad.

Die globalen Autostarts werden als „desktop“-Dateien unter „/etc/xdg/autostart“ gespeichert. Das Tool „Startprogramme“ blendet die meisten systemnahen Komponenten standardmäßig aus. Dafür sorgt die Anweisung „NoDisplay=true“. Wenn Sie alle Autostarts sehen möchten, müssen Sie dies erst freischalten: cd /etc/xdg/autostart/    sudo sed --in-place's/NoDisplay=true/NoDisplay=false/g' *.desktop

Danach zeigt „Startprogramme“ alle Komponenten. Theoretisch können Sie das Meiste deaktivieren außer D-Bus und den Sicherheitsdienst. 

Systemdienste: Die gestarteten Systemdienste zeigt folgender Befehl: service --status-all Alle mit vorangestelltem Pluszeichen gekennzeichneten Dienste sind aktiv. Welche Befehle ein Dienst entgegennimmt, zeigt dieser Befehl: service [Dienstname]​​​​​​​

Die meisten Dienste melden nach „service cups“ (Beispiel) mindestens „start“, „stop“ und „restart“. Ein Dienst wie der Druckservice cups kann daher mit service cups stop beendet werden.

Zeitplaner Cron: Der Dienst Cron ist auf jedem Linux-System aktiv und nutzt eine systemweite Datei „/etc/crontab“, die für alle Benutzer gilt und mit root-Recht bearbeitet werden kann: 0    *    *    *    *   [Befehl]​​​​​​​  Der folgende Job 0    10   *    *    *   [Befehl]​​​​​​​

würde genau einmal am Tag laufen, nämlich um 10:00 Uhr. Jede der fünf Zeitangaben kann auch mehrere durch Komma getrennte Werte enthalten, wie die folgende Tabelle zeigt.